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05.02.2014 09:54 Alter: 4 yrs
Von: Von Jenny Hagedorn Redaktion Hallo

Zeit nur für die Mama

wellcome-Projekt bietet praktische Hilfe nach der Geburt


Marianne Kerkemeier beobachtet die 13-monatigen Zwillinge: „Ich finde es faszinierend, wie aus einem kleinen, hilflosen Wesen eine richtige Persönlichkeit wird.“ Diese Entwicklung hat die Lüdinghauserin nah miterlebt, zwei Mal in der Woche sieht sie die Kinder, spielt mit ihnen, liest vor oder begleitet deren Mutter Anja Stegt zum Kinderarzt. Seit knapp einem Jahr ist Marianne Kerkemeier als Ehrenamtliche des wellcome-Projekts bei der Familie im Einsatz. Das Projekt bietet praktische Hilfe nach der Geburt an. Der „wellcome- Engel“, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, kommt jede Woche für ein paar Stunden und unterstützt die Mutter praktisch.

Der Sozialdienst katholischer Frauen in Lüdinghausen bietet diese Hilfe seit 2008 im alten Dekanat Lüdinghausen an. Zurzeit nehmen 14 Familien die Hilfe in Anspruch, 25 Ehrenamtliche gibt es. „Wellcome richtet sich an alle Familien, deren jüngstes Kind im ersten Lebensjahr ist“, erklärt Koordinatorin Monika Heitmann. Einige Familien würden bereits vor der Geburt Kontakt mit ihr aufnehmen, andere jedoch erst, wenn das Kind einige Wochen alt ist. Termine und Zeiten können die Familien und die „wellcome- Engel“ individuell miteinander abspr echen. Sie ermuntert alle jungen Mütter, nicht nur mit Zwillingen, das Angebot anzunehmen: „Nach der Geburt ist man in einer völlig neuen Situation.“ Anja und Björn Stegt sind durch einen Zeitungsartikel auf das Projekt aufmerksam geworden. „Es war ein positiver Wink des Schicksals“, blickt die dreifache Mutter zurück. Zunächst hatte sie die freie Zeit, in der ihre jüngeren Kinder mit Marianne Kerkemeier unterwegs waren, mit ihrem älteren Sohn Justus verbracht. „Wir haben die Zeit bewusst genutzt, damit er die Mama auch mal alleine hat“, erinnert sie sich. Doch als die Zwillinge etwa acht Wochen alt waren, bekam Anja Stegt eine Lungenentzündung.

Die Hilfe der Eltern, Schwiegereltern und des „wellcome- Engels“ seien in dieser Zeit ein „perfektes Zahnrad“ gewesen, als sie sich selbst von der Krankheit erholen musste. Heute nutzt die 33-Jährige die Zeit auch mal für sich. Denn: „Die Zeit, die man nur für sich hat, ist schwindend gering.“ Der Große, Justus, sei dann auch gut untergebracht, und sie kann beispielsweise zum Friseur oder ins Schwimmbad. „Letzte Woche bin ich mal wieder nach Münster gefahren“, sagt sie. Ganz zur Freude von Marianne Kerkemeier: „Die freie Zeit soll die Mama nur für sich alleine haben.“ Bald ist das Jahr zu Ende, doch der Kontakt wird dann ganz bestimmt nicht abreißen. „Es sind meine ersten wellcome-Kinder, sie sind mir richtig ans Herz gewachsen“, sagt Marianne Kerkemeier. Das Verhältnis zueinander war von Anfang an sehr gut, Jonas und Hannah genießen die gemeinsame Zeit mit Marianne Kerkemier in vollen Zügen. „Sie kommen zu ihr und die Augen strahlen“, beschreibt es Anja Stegt. Wer sich engagieren möchte, oder selbst das Angebot annehmen möchte, kann sich unter 02591/2 3525 melden.