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22.08.2014 08:29 Alter: 3 yrs
Von: Beate Nießen

Betreuungsverein informiert Ehrenamtliche und Interessierte Wenn der Alltag nicht (mehr) funktioniert

Lüdinghausen - Wenn Oma nicht mehr nur ständig ihre Brille verlegt, sondern so verwirrt ist, dass sie sich nicht mehr um die wichtigsten Dinge des Lebens kümmern kann, dann wurde sie früher im Extremfall entmündigt und ein Vormund übernahm alle wichtigen Entscheidungen.


Sie arbeiten professionell als rechtliche Betreuerinnen: (v.l.) Sabine Schröder und Andrea Tschoepe vom SkF. Aber auch viele Ehrenamtliche engagieren sich und betreuen Menschen, die ihr Leben nicht allein regeln können. Foto: ben

Heute heißt es nicht mehr Vormundschaft sondern „Rechtliche Betreuung“ und stellt in der Regel auch keine Entmündigung mehr dar. „Ob bei Demenz im Alter, Suchtproblemen oder Behinderung – immer dann, wenn Menschen nicht mehr selbst ihr Leben regeln können, kommen wir als Betreuer ins Spiel“, erklären Andrea Tschoepe und Sabine Schröder vom Betreuungsverein unter dem Dach des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF).

Dabei können nicht nur Profis wie Tschoepe und Schröder als gesetzliche Betreuer fungieren, auch viele Ehrenamtliche übernehmen diese Aufgabe. „Allein bei uns haben wir zurzeit 70 ehrenamtliche Betreuer registriert“, so Tschoepe. Das können nahe Verwandte sein, die von den Betroffenen selbst, zum Beispiel durch eine Vollmacht, dazu ermächtigt wurden – es können aber auch völlig fremde Personen sein, die diese Aufgabe ehrenamtlich übernehmen. „Wir sorgen dann für das ‚Matching‘. Heißt, wir bringen die zu betreuende Person mit dem passenden Betreuer zusammen“, so Schröder. Schließlich würden die meisten rechtlichen Betreuungen auf freiwilliger Basis erfolgen, also auf Wunsch oder zumindest mit Einwilligung der zu betreuenden Person. „Und da sollte die Chemie dann stimmen.“

Die besonders kniffeligen Fälle übernehmen Andrea Tschoepe und Sabine Schröder selbst. Darüber hinaus fungieren sie für die Ehrenamtlichen als Informations- und Beratungsstelle. Und dazu gehören auch regelmäßige Informationsveranstaltungen, so wie sie jetzt in Lüdinghausen angeboten werden.

Am kommenden Mittwoch (27. August) dreht sich um 17 Uhr alles um die Themen „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“. „Damit wenden wir uns nicht nur an ehrenamtliche Betreuer, sondern auch an Bürger, die für den Fall der Fälle vorsorgen wollen“, so Sabine Schröder.

Am Dienstag (2. September) wird ebenfalls um 17 Uhr eine „Einführung in das Betreuungsrecht“ gegeben. Hier soll über die vielen bürokratischen Aspekte dieser Tätigkeit informiert werden.

Am Donnerstag (4. September) wird um 19 Uhr Dr. Marcus Ullmann, Leiter der Geriatrie im St.-Marien-Hospital, zum Thema „Medikamente im Alter“ referieren.

Für alle Veranstaltungen wird um eine Anmeldung beim SkF unter ✆ 2 35 25 gebeten. Ort der Veranstaltungen ist das Gebäude der SkF an der Liudostraße 13 in Lüdinghausen.