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30.09.2014 18:26 Alter: 3 yrs
Von: Erhard Kurlemann

Sozialdienst katholischer Frauen sucht Gastfamilien für Betreuungsprojekt „JuMeGa“ Jugendlichen Orientierung geben

Lüdinghausen - Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) sucht „lebenserfahrene Menschen“ für das neue Projekt „Junge Menschen in Gastfamilien“ (JuMeGa). „Es geht darum für Kinder und Jugendliche Gastfamilien zu finden“, erläutert Gertrud Kleingräber, beim SkF zuständig für „JuMeGa“. „Wir suchen Menschen, die nicht bange sind“, fasst sie die Aufgabe zusammen.


Für Jugendliche, die aufgrund von seelischen Störungen aktuell nur selten in ihren Herkunftsfamilien leben können, sucht der Sozialdienst katholischer Frauen in Lüdinghausen Gastfamilien, die sie mit fachlicher Unterstützung betreuen.. Foto: colourbox.com

Und ergänzt: „Es geht um Jugendliche, in der Regel zwischen zwölf und 21 Jahren, die magersüchtig sind, oder verwahrlost, oder an ADHS leiden oder die Spielregeln der Gesellschaft nie oder nicht ausreichend kennen.“ Bislang würde viele von den Betroffenen in speziellen Wohngruppen, oder in der Psychiatrie oder in anderen Einrichtungen betreut und untergebracht.

In dem Projekt, das der SkF in Kooperation mit „junikum - Gesellschaft für Jugendhilfe und Familien“ umsetzen will, sollen „verlässliche Erwachsene“ den Jugendlichen neue Orientierung geben. „Ich vergleiche das mit einem Geländer“, beschreibt Gertrud Kleingräber ihre Idee. „Auf der einen Seite sind die Gastfamilien, auf der anderen Seite sind der SkF und andere Einrichtungen, die ihre Dienste und Beratung anbieten.“
Kennengelernt hat Gertrud Kleingräber das Projekt auf einer SkF-Bundestagung vor fast 20 Jahren. „Damals hat die Gründerin Barbara Roth diese Idee vorgestellt, die aus ihrem Verein Arcade hervorgegangen ist.“ Seitdem läuft das Projekt erfolgreich. „Und mir ist die Idee nicht mehr aus dem Kopf gegangen.“
Im SkF Lüdinghausen gebe es große Erfahrungen in der Betreuung, sei es als Pflegefamilien, in der Westfälischen Pflege oder als Gastfamilien. Auf dieser Basis sei sie „sehr gerne“ der Aufforderung des Vorstands nachgekommen, doch „mal zu schauen, ob es nicht ein neues sinnvolles Projekt für unseren SkF gibt“.

„Die Gastfamilien sollen nicht zu Ersatzeltern werden.“ Vielmehr gehe es darum, mit den Jugendlichen in einem normalen Alltag wieder Lebensperspektiven zu entwickeln. Das könne auch Fragen der Ausbildung, der Schule, oder der beruflichen Förderung betreffen. Die Pflegezeit beträgt maximal zwei Jahre. Gertrud Kleingräber sucht bis zu acht Familien. Sie ist zuversichtlich, dass sie diese finden wird. „Ich gehe davon aus, dass viele Familien eigene Erfahrungen mit den Problemfeldern gemacht haben – und in Ruhe damit umgehen können.“ Auch Wohngemeinschaften oder Alleinlebende seien als Gastfamilie denkbar.
„Die Gastfamilien sind mit all diesen Fragen nicht allein“, sagt Gertrud Kleingräber. Informationen gibt der SkF unter ✆  0 25 91/ 235-25.