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19.04.2016 08:09 Alter: 1 year
Von: Peter Werth

Verstärkung für die SkF-Flüchtlingsberatung Den Menschen im Blick haben

Lüdinghausen - Mit Rita Watermann erhält der Fachdienst für Integration und Migration beim Sozialdienst katholischer Frauen Verstärkung. Bislang kümmerte sich Sozialarbeiterin Sabine Schröder als Einzelkämpferin um die Anliegen von Asylbewerbern.


Verstärkt den Fachdienst für Integration und Migration bei Sozialdienst katholischer Frauen: Rita Warermann (l.) aus Olfen unterstützt künftig Sabine Schröder. Foto: wer

Die Integration der rund eine Million Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen sind, zu integrieren, ist eine Aufgabe, die nicht in zwei oder drei Jahren bewältigt sein wird. „Das w ird deutlich länger dauern“, ist Sabine Schröder vom Fachdienst für Integration und Migration (FIM) beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) sicher. Die Sozialarbeiterin beschäftigt sich bereits seit Jahren mit dem Thema Flüchtlinge.Eine Aufgabe, deren zeitlicher und personeller Aufwand vor dem Hintergrund der rasant angestiegenen Zahl von Asylbewerbern allein nicht mehr zu bewältigen war. Mit Rita Watermann hat der Fachdienst Verstärkung erhalten. Die studierte Sozialpädagogin hat die Beratung von Flüchtlingen in Ascheberg und Nordkirchen übernommen.

„Ich bin über die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen in Olfen in den Job gekommen“, erklärt die 61-Jährige. Über diese Tätigkeit sei sie auch mit Sabine Schröder in Kontakt gekommen und habe sich spontan auf die halbe Stelle beim FIM beworben – und sie auch bekommen.

„Man muss den einzelnen Menschen im Blick haben“, beschreibt sie ihren Ansatz bei der Beratung. Oft seien die Flüchtlinge traumatisiert, hätten Schreckliches erlebt. Umso wichtiger sei es, bei den Fragen zu Asylverfahren, zum Aufenthaltsstatus oder auch der Sprachförderung, dem Schulbesuch der Kinder oder zur Existenzsicherung selbst fit zu sein in Rechtsfragen und im Umgang mit Behörden. Es sei nicht einfach, den Menschen, die mit so viel Hoffnung nach Deutschland gekommen seien, zu erklären, dass ihr Asylverfahren sich in die Länge ziehe oder gar gänzlich ohne Aussicht auf Erfolg sei. Das, so Sabine Schröder, treffe aktuell auf die Flüchtlinge aus den südlichen Balkanländern zu:

„Diese Menschen haben keine Perspektive zu bleiben.“Der Fachdienst für Inte¬gration und Migration des SkF erfüllt gleich mehrere Aufgaben. So beraten Sabine Schröder und Rita Watermann nicht nur Flüchtlinge, sondern auch zugewanderte Bürger etwa aus EU-Ländern, aber auch Menschen, die noch gar keinen Aufenthaltsstatus haben. Dabei decken die beiden Fachkräfte den Bereich des Dekanats Lüdinghausen mit den Kommunen Lüdinghausen, Senden, Ascheberg, Nordkirchen und Olfen ab.Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden, etwa der Gemeindecaritas.

Auch die Begleitung der zahlreichen Ehrenamtlichen in den Kommunen nimmt Zeit in Anspruch. Denn die bräuchten Fortbildungen, hätten nicht selten Gesprächsbedarf, wenn es um die angemessene Betreuung der Flüchtlinge gehe. Dafür werde es künftig Angebote des FIM und Kooperationspartner geben, sagt Sabine Schröder.Zugleich verweist sie auf die gute und intensive Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Asyl in der Steverstadt:

„Da gibt es klare Arbeitsabsprachen. Das funktioniert gut. Wir konkurrieren nicht miteinander.“Die halbe Stelle von Rita Watermann wird unter anderem aus Landesmitteln gefördert. Sie ist auf zwei Jahre befristet. „Und das ist zugleich das Manko“, bedauert Sabine Schröder. Denn die eher auf Projekte angelegte Förderung durch das Land mache die Arbeit schwierig. Dabei wisse jeder, dass die Integration Zeit braucht. Und so müsste auch bei den Stellen eine gewisse zeitliche Kontinuität bestehen.