Im Rahmen der Armutswochen weist der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Lüdinghausen (SkF) mit einer roten Tür im Vorgarten seiner Einrichtung auf die steigende Armutsgefährdung und die unsichere Finanzierung der Allgemeinen Sozialberatung hin. Die Aktion soll sichtbar machen, dass der Zugang zu Hilfe für viele Menschen zunehmend erschwert ist.

„Die rote Tür steht für den Zugang zu Unterstützung, der für viele nicht mehr selbstverständlich ist“, erklärt Carmen Gosmann, kommissarische Geschäftsführerin des SkF. Sie betont, dass der Verband alles daransetzen wird, den Dienst trotz finanzieller Unsicherheit weiterzuführen – doch ohne eine langfristige Lösung werde das immer schwieriger.

Die Allgemeine Sozialberatung ist für Menschen in sozialen Krisen oft die erste und manchmal einzige Anlaufstelle. Sie hilft unbürokratisch bei Existenzsicherung, sozialer Isolation und vermittelt bei Bedarf an weitere Hilfen. „Gerade Menschen mit komplexen oder schwer benennbaren Problemen brauchen einen Ort, an dem sie verstanden werden“, sagt Mitarbeiterin Sarah Kos.

Besonders betroffen von Armut und Unsicherheit sind ältere Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte und Wohnungslose. Gleichzeitig ist die Finanzierung der Beratungsangebote bislang nicht verbindlich geregelt. Der SkF fordert daher gemeinsam mit anderen Wohlfahrtsverbänden eine staatlich abgesicherte Regelfinanzierung auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.

Die rote Tür macht daher darauf aufmerksam, dass dieser Zugang zu Hilfe gefährdet ist. Mit der bundesweiten Kampagne „Türen offen halten: Allgemeine Sozialberatung sichern“ sollen politische Entscheidungsträger zum Handeln bewegt werden.

„Wenn die Allgemeine Sozialberatung wegfällt, stehen viele Menschen vor verschlossenen Türen“, warnt Carmen Gosmann. Nur mit einer dauerhaften Finanzierung könne sichergestellt werden, dass Betroffene weiterhin eine verlässliche Anlaufstelle haben.